Das Dialogforum bietet eine innovative Bürgerbeteiligung. Wir begleiten Planung und Bau des gesamten Projektes.
Wir hinterfragen Sinn und Fakten und suchen Lösungen.
Bei uns werden Betroffene zu Beteiligten.

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Bei uns werden Betroffene zu Beteiligten.

Riechey Freizeitanlagen GmbH & Co.KG – 17.01.2013

Offener Brief an die Mitglieder des Dialogforums

Sehr geehrte Damen und Herren,
*zur 8. Sitzung des Dialogforums, Auswirkungen auf den Tourismus auf
Fehmarn im Raumordnungsverfahren*

Zur heutigen Sitzung des Dialogforums zu den Auswirkungen einer festen
Fehmarnbeltquerung bitten wir die bisher nicht berücksichtigte
Betroffenheit der fehmarnschen Tourismusbetiebe zu erörtern und in
das Verfahren einzubringen.

Durch den Verkehrslärm der Güterzüge nach dem möglichen Bau einer
festen Fehmarnbeltquerung fühlen wir uns als Tourismusbetrieb in
unserer Existenz gefährdet. Wir hoffen darauf, unsere Betroffenheit im
Raumordnungsverfahren (ROV) einbringen zu können, doch müssen mit
großem Bedauern feststellen, dass der Untersuchungsraum des ROV nach
der Antragskonferenz nicht erweitert wurde und nur von Lübeck bis
Großenbrode reichen soll. Die Insel Fehmarn wurde einfach übergangen,
da die Schienentrasse parallel zur B 207 verlaufen soll. Dabei geht es
hier noch gar nicht um den konkreten Trassenverlauf, sondern um die
gesamte Raumverträglichkeit des Vorhabens.

Die Auswirkungen auf die Stadt Fehmarn sollen nur „in eingeschränktem
Umfang“ erfasst werden, obwohl auch hier „Auswirkungen durch die
Mehrbelastung der Bestandsstrecke zu erwarten sind“. Doch spätestens
aufgrund der Einsicht der Belastungsgrenze der Fehmarnsundbrücke und
die Diskussion über eine zweite Querung, muss der Untersuchungsraum
erweitert werden. Wir fordern, dass die Auswirkungen auf der Insel
Fehmarn vollumfänglich berücksichtigt werden und sich das Dialogforum
hierfür einsetzt. Wir fordern weiterhin, die Sundbrücke als Denkmal zu
erhalten und zusätzlichen Verkehr durch eine neue Fehmarnsundquerung
als Tunnel abzuwickeln, westlich der bisherigen Trasse und im Auslauf
umfassend lärmgeschützt.

Im Tourismusgutachten zum ROV wird zwar oberflächlich auf die Insel
Fehmarn eingegangen, doch werden dabei die Auswirkungen des Tourismus
auf die Insel Fehmarn völlig verkannt: Die Insel Fehmarn hat mit 214
Betrieben, darunter 18 Campinglätze die größte
Beherbergungsinfrastruktur im gesamten Untersuchungsraum, doch es
werden hier lediglich Auswirkungen in einem 2 km engen Korridor
entlang der Bahnstrecke untersucht und lediglich 2 Campingplätze
beachtet. Außer den genannten Plätzen Puttgarden und Strukkamp sind
jedoch mindestens auch die Plätze Fehmarnsund (Miramar) und der
Wulfener Hals betroffen. Auch das größte Tourismusressort, IFA
Ferien-Centrum am Südstrand, wurden nicht berücksichtigt. Letztere
liegen ca. 3,5 km östlich der geplanten Trasse. Auch die Yachthäfen
und der Golfplatz sind betroffene Einrichtungen. Durch die vorwiegende
Westwindwetterlage überträgt sich der Schall überproportional stark
und häufig gen Osten. Laut Wetterdaten der METEOMEDIA Wetterstation
Wulfen herrscht von Ostern bis Oktober durchschnittlich an 54% der
Tage Westwind. Die wenigen Personenzüge, die bislang auf der Trasse
fahren, sind bereits sehr deutlich zu hören. 52 Güterzüge Tag und 26
pro Nacht würde eine Erholung unmöglich machen. Wir fordern, dass die
Auswirkungen auf alle betroffenen Tourismusbetriebe in der Region
ausgeweitet werden und dass sich das Dialogforum hierfür einsetzt.

Im Lärmgutachten wird getrickst. Hier wird gar nicht der künftige
Güterverkehrslärm bewertet, sondern einfach unterstellt, eine feste
Fehmarnbeltquerung wäre bereits gebaut und die Züge würden sowieso
fahren. Untersucht wird nur, ob und wie sehr es mit oder ohne Ausbau
der Trasse belastender wird. Es wird völlig außer Betracht gelassen,
dass ohne den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung, die Güterzüge gar
nicht über die Trasse Lübeck-Kopenhagen umgeleitet würden, sondern
weiterhin auf der bisherigen Jüdlandrourte blieben. Es wird also nicht
der zukünftige Lärm mit der heutigen Lage verglichen, sondern nur
zukünftiger Lärm mit oder ohne Ausbau. Das ist bestenfalls
Augenwischerei. Wir fordern, dass sich das Dialogforum für einen
echten Vergleich der Lärmbelastung einsetzt.

Durch den Bau einer Schienenhinterlandanbindung einer festen
Fehmarnbeltquerung für Güterzüge droht eine existenzbedrohende
Gefährdung unserer Ferienanlage. Der Erholungswert würde zerstört und
damit die Existenzgrundlage des Betriebes und Arbeitsplätze für bis zu
126 Familien in der strukturschwachen Region Ostholstein wären
bedroht.
Volker Riechey,
Riechey Freizeitanlagen GmbH & Co.KG – 17.01.2013
17.01.2013