Das Dialogforum bietet eine innovative Bürgerbeteiligung. Wir begleiten Planung und Bau des gesamten Projektes.
Wir hinterfragen Sinn und Fakten und suchen Lösungen.
Bei uns werden Betroffene zu Beteiligten.

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julianb99 – 05.01.2014

Da der Fehmarnbelt eine sehr frequentierte Wasserstraße ist stellt sich mir die Frage, in wie fern das VTS das Verkehrsaufkommen regelt. Geht es strikt nach den KVR oder haben die Schleppverbände besondere Rechte, die von den KVR abweichen? Wird ein Verkehrstrennungsgebiet eingerichtet oder werde die Baugebiete zeitweilig gesperrt?
julianb99 – 05.01.2014

Grundsätzlich stellt das Seegebiet des Fehmarnbelt eine internationale Wasserstraße dar. Die Ausschließlichen Wirtschaftszonen Dänemarks und Deutschlands nach dem Seerechtsübereinkommen grenzen etwa in der Mitte aneinander. Jeweils ca. 3 Seemeilen von der Küste seewärts reicht das Hoheitsgebiet beider Staaten.

Der Schiffsverkehr regelt sich primär nach den internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR), die ggf. in den Hoheitsgebieten durch nationale Regelungen (in Deutschland durch die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung) ergänzend präzisiert werden.

Nach den KVR werden Fahrzeuge zunächst alle gleich eingestuft. Das heißt, auch Schleppverbände haben per se keine besonderen Rechte. Sollten Fahrzeuge sich aus Gründen einer Manövriereinschränkung oder –unfähigkeit nicht mehr den allgemeinen Ausweichregeln entsprechend verhalten können, so haben sie ihren gegenwärtigen Navigationsstatus mit den vorgegebenen Signalen und Lichtern entsprechend anzuzeigen. Die KVR differenziert hierbei nach manövrierunfähigen, manövrierbehinderten, fischenden, tiefgangbehinderten und Segelfahrzeugen. Die Hierarchie in der Ausweichverpflichtung untereinander erfolgt in Regel 18 der KVR.

Damit erhält ein Schleppverband erst einen besonderen Status, wenn er der Rücksichtnahme der übrigen Schifffahrt bedarf oder diese gefährden könnte. In dem Fall hat er sich als manövrierbehindertes Fahrzeug zu kennzeichnen (Ball/Rhombus/Ball tagsüber oder rot/weiß/rot nachts). Dann haben Maschinenfahrzeuge, Segelfahrzeuge und fischende Fahrzeuge dem manövrierbehinderten Fahrzeug auszuweichen.

Im Zuge des Baus der Festen Fehmarnbelt-Querung werden stets zwei veränderliche Baustellen in Betrieb sein, um die herum eine Sperrzone eingerichtet wird. Aufgrund der veränderlichen Positionen macht die Einrichtung von Verkehrstrennungswegen wenig Sinn. Sie müssten laufend den Gegebenheiten angepasst werden. Eine direkte und unmittelbare Reaktion auf sich verändernde Situationen und eine entsprechend erforderliche Einwirkung auf den Verkehr kann jedoch von Vessel Traffic Service Centern erfolgen. Abhängig von der aktuellen Position der Baustellen verändern sich auch die Passagemöglichkeiten für die Schiffe. Aufgabe des VTS wird es sein, die Schifffahrt mit Hilfe umfangreicher Information und Navigationsempfehlungen einerseits sicher an den Baustellen vorbei zu führen, andererseits auch eine sichere Passage der Schiffe untereinander in den Arbeitsbereichen zu ermöglichen.

Antwort von Ulrike Schenka, Femern A/S
16.01.2014