Fragen und Antworten

Heiliger St. Florian, schütz mich vor Lärm, deck andere ein!

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ostholstein formieren sich Bürgerinitiativen,um drohendes Lärmunheil von sich fernzuhalten.
Güterzüge sollen bald auf der Bestandstrasse von Puttgarden in Richtung Lübeck rollen. Das ist sicher mit Lärm und Erschütterungen verbunden. Die Bürgerinitiativen und Kommunen fordern eine alternative Trasse für den Güterverkehr.
Eine andere Bahntrasse als die vorhandene mag eine menge Probleme lösen. Jedoch , der Lärm wird nur verschoben , und dann trifft es eben andere. Und mal über den Tellerrand gesehen: Die Güterzüge werden sicher weiter fahren als bis Lübeck oder Hamburg und auch dort lärmen!
In der Luftfahrt wurden schon in den 1970ger Jahren Landegebühren / Flughafennutzungsgebühren eingeführt, die sich an den Lärmemissionen der Flugzeuge festmachten. Dies führte zu einer rasanten Entwicklung in leise Triebwerke und zu lärmmindernden Technniken und Verfahren.
Die VDI-Nachrichten.com Ausgabe 11/2009 vom 13.3.09 schreibt in dem Artikel „Höhere Trassengebühr für lärmende Eisenbahn“ ausführlich über dieses Thema.
Die Deutsche Bahn DB Netz erhebt für die Nutzung der Bahntrassen eine Gebühr. Das Regelwerk hierfür ist das Trassen Preis System TPS. Dieses Regelwerk kennt keine lärmabhängigen Komponenten. Da hier Nachbesserungsbedarf erkannt wurde, wurde zum 9.12.2012 das La TPS (Lärm abhängiges Trassen Preis System) erlassen. Dieses ist ein Bonussystem für Betreiber, die ihre Güterwagongs mit bestimmten lärmmindernden Bremsbelegen ausrüsten. Die La TPS vom 9.12.2012 greift zu kurz.
Zukunftsweisend sollte ein Trassen Preis System so gestaltet sein, das für laute Züge hohe Trassenpreise und für leise Züge geringe zu entrichten sind. Wie die Betreiber die technische Seite hierzu lösen, sollte Sache der Betreiber und der Ingenieure bleiben. Ein solches Entgeldsystem kann entsprechend dem erreichten Fortschritt kontinuierlich/fortlaufend angepasst werden und somit immer wieder Anreiz zu noch leiseren Lösungen bieten.
Des gleichen müssen Erschütterungen, die vom Bahnverkehr ausgehen, einbezogen werden.
Dieser Weg wäre sozial.
Trassenverschiebungen sind immer nur für einige ein Segen. Für dann neue Betroffene unsozial.
Lokale Lärmschutzmaßnahmen verschlingen viel Geld, wirken nur dort, wo sie installiert wurden und die Lärmquelle bleibt unverändert.

Wann fließt dieser Gedanke in die Diskussion ein?
Ist diese Art der Problemlösung unvorstellbar?
Ist die Logistikbranche so mächtig, dass sie solche Lösungen verhindern kann?

lolo - 23.03.2013
- 24.03.2013

Die BI Ratekau fordert: Keine Güterzüge durch die Gemeinde. Soweit so gut. Gleichzeitig will die BI aber auch keine alternative Trasse. Wie stellt sich die BI den Transport der Menschen und Güter von Nord nach Süd (und umgekehrt) denn dann vor, wenn die Querung gebaut ist?

Deichgraf - 07.02.2013

Vielen Dank für Ihre Frage zur Haltung der BI Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde zumThema Güterverkehr.
Zunächst möchte ich klarstellen: Wir sind keine Bahngegner. Als umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger unterstützen wir die Forderung nach Umlagerung von Güterverkehr „von der Straße auf die Schiene - von der Schiene auf das Schiff“.

Allerdings sind die meisten von uns Gegner von prestigeträchtigen Großprojekten deren wirtschaftlicher Nutzen sich in märchenhaften Versprechungen für die Zukunft darstellt, bisher aber noch nicht belastbar nachgewiesen wurde. Mit dem Bau einer Festen Fehmarnbeltquerung und dem dann notwendigen Aus-/Neubau der Schienenhinterlandanbindung wird kaum neuer Güterverkehr generiert, sondern hauptsächlich das bestehende Frachtaufkommen umgelagert. Es gibt bereits eine funktionierende Güterbahnverkehrstrasse über Flensburg und den Großen Belt, ebenso wie eine Schiffsverbindung über den Fehmarnbelt. Man muss doch ernsthaft die Frage stellen, ob diese Verschiebung ein so großes Maß an Zerstörung von Natur und Umwelt rechtfertigt.

Unabhängig von diesen grundsätzlichen Erwägungen sind derzeit Bestrebungen von Land und Kreis im Gange, die sich als brandgefährlich für alle Orte/Gemeinden im Untersuchungskorridor erweisen, die sich nicht mit dem schönen Titel „Bäderort“ schmücken können, weil sie nicht direkt an der Küste liegen. Das heißt nicht, dass sie keine wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schäden zu befürchten haben. Das heißt einfach nur: Es sind keine Bäderorte, also für die Durchführung möglicher Schienentrassen freigegeben.
Wir von der BI Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde lehnen es ab, durch eigene Trassenvorschläge andere Orte/Gemeinden zu belasten. Es ist nicht die Aufgabe von uns Betroffenen, Überlegungen zu möglichen Trassenverläufen anzustellen. Das können wir gar nicht, dafür gibt es Fachleute. Einfach einen Strich über die Landkarte ziehen und sagen: „Prima, hier wird es gehen, ist auf alle Fälle weit genug von uns weg“, das machen wir nicht. Wir belasten nicht andere mit dem, was wir für uns selbst nicht akzeptieren können!
Außerdem sind wir davon überzeugt, dass der Vorhabenträger DB AG, Bund und Land, die alle versprochen haben, die Hinterlandanbindung siedlungsfern und sozialverträglich zu realisieren, dies dann auch tun sollten. Bisher sind sie ihrem eigenen Anspruch leider nicht gerecht geworden. Die vorgeschlagenen und untersuchten Trassenführungen sind nicht siedlungsfern und sozialverträglich also für ganz Ostholstein völlig inakzeptabel!

Antwort von Kerstin Fischer, Sprecherin der BI Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde

- 11.02.2013

Welche Art von Gefahrgütern werden durch den Tunnel (sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße) gefahren werden dürfen. Gibt es Einschränkungen zu bestimmten Tageszeiten?

M. Bonne - 22.08.2012

Die Frage wurde schon am 19.09.2012 in der Bürgersprechstunde gestellt und durch Tarik Shah von Femern A/S beantwortet.

- 25.01.2013